Wer ist eigentlich der AK-Rote Beete?

Der AK Rote Beete ist die Arbeitsgruppe für den Sozialökologischen Umbau im Bezirksverband Friedrichshain-Kreuzberg von die LINKE in Berlin. Was wir wollen, liest man am Besten aus unserer Selbstdarstellung im nächsten Absatz. Heute, im Dezember 2017 startet diese Webseite vor allem als Rahmen unserer Petition an die Parteispitze. Schrittweise, ab 2018 finden sich hier aber auch Berichte über unsere Arbeit etc.
Nun aber die Selbstdarstellung:

Die kapitalistische Produktions- und Lebensweise hat den gegenwärtigen Status der Erde und der menschlichen Gesellschaften verursacht – angetrieben durch Wachstumsideologie und Profitmaximierungsstreben mittels extremer Ausbeutung von Menschen, Natur und Ressourcen (Wasser, Luft und Bodenschätzen).
Das Anstreben hoher Wachstums- mit entsprechenden Profitraten wird als alternativlos dargestellt. Die Kehrseite der Medaille – eine gefährliche Zerstörung unserer Lebensgrundlagen - wird in ihrer Bedeutung nicht gesehen oder in konkreten politischen wie ökonomischen Entscheidungen völlig ignoriert.
Wir Menschen sind Täter und machen uns gleichzeitig zu Opfern unserer rücksichtslosen Lebensweise.
Deutliche Veränderungen sind dringend erforderlich!

Die LINKE hat sich mit ihrem Erfurter Programm klar und deutlich für eine ökologische Umgestaltung der Gesellschaft ausgesprochen:

… Unsere heutige Produktions- und Konsumtionsweise ist nicht gerechtigkeitsfähig, auch weil sie zu unökologisch ist. Und sie ist nicht ökologiefähig, auch weil sie ungerecht ist. (…)
Wir wollen sämtliche Politikbereiche am sozial-ökologischen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft orientieren. …

Die Probleme, die unseren Lebensraum bedrohen liegen dabei auf der Hand.
Der globalisierte Kapitalismus hat inzwischen jeden Winkel der Erde erreicht und versucht im ewig gestrigen Weitertreiben der Kapitalakkumulation jeden Winkel der Natur seinem Verwertungsinteresse nutzbar zu machen. Dies erfolgt unter dem Prinzip des totalen Verbrauchs der verfügbaren Ressourcen. Dass es in diesem Prozess nicht um die Versorgung und Bedürfnisse der Menschen geht, sondern um die kapitalistische Systemnotwendigkeit der Kapitalakkumulation, liegt bei genauer Betrachtung auf der Hand. Hunger und Armut auf der Welt sind nicht Resultate des Ressourcenmangels, sondern sind Ergebnisse der kapitalistischen Warenproduktion und der Inwertsetzung jeglicher menschlicher Beziehung. Auf der Strecke bleiben bei diesem Prozess die Menschlichkeit und die soziale Gerechtigkeit und die dauerhafte Überlebensfähigkeit. Für das Bedürfnis eines Wirtschaftssystems werden Energien und Rohstoffe unwiederbringlich verbraucht; Luft, Wasser und Böden werden auf Dauer verschmutzt und in ihrer Qualität verändert. Welche schwerwiegenden Konsequenzen dies für die Menschheit in den kommenden Generationen haben wird, lässt sich langsam erahnen.

Machen wir eine kleine stichpunktartige Bestandsaufnahme nach rund 250 Jahren industrieller Revolution:

Die aktuelle Entwicklung des Klimas lässt die Annahme zu, dass wir innerhalb eines Lebensalters mit Konsequenzen rechnen können, die wichtige Zentren wie Tokyo, New York, Amsterdam, Sidney, Kairo vor Probleme stellt. Die drohende Überschwemmung von Wirtschaftsräumen bedingt die weitere Verschmutzung der Meere. Gewachsene Ökosysteme, in die wir Menschen eingebunden sind und auf denen die Versorgung von Menschen und Tieren fußt, stehen so vor extremen Veränderungen, große Landmassen stehen davor, für die menschliche Nutzung unbrauchbar zu werden.

Die Klimaveränderung führt auch zu einem stetigen Anstieg von extremen Naturereignissen, die Planungen schwieriger machen und unter denen vor allem die ärmsten Klassen der Welt, die an den Ursachen des Klimawandels den geringsten Anteil haben, leiden. Ernteeinbrüche, Dürren, Extremtemperaturen, Überschwemmungen, starke Stürme, Waldbrände werden global in die Gestaltung von Wirtschaft einzuplanen sein. Generell ist damit zu rechnen, dass die Naturzustände chaotischer werden, mit deutlichen negativen Folgen für uns Menschen. Kaum ein Staat ist heute auf die aus diesen Umständen hervorgehenden Aufgaben vorbereitet, selbst die industrialisierten Länder stehen vor Belastungen, die Sie unter ihrer aktuellen Verfasstheit nur schwer werden regeln können. Die Frage nach den Ressourcenverteilungen und der Systemtransformation ist schon heute aktiv zu stellen.

Das Artensterben hat ein Ausmaß erreicht, das sich historisch in Tempo und Umfang nur am Artensterben der Perm-Trias Grenze vor 250.000 Jahren messen lässt. Rund 850 Tierarten sind laut Greenpeace durch die Zerstörung bzw. Veränderung der Lebensräume, menschliche Jagd, Pestizide, Neobiota etc. bereits unwiederbringlich ausgestorben. Der Kampf gegen dieses Sterben hat nicht nur romantische Gründe. Über Jahrtausende und Jahrmillionen geschaffene, ausgewogene Ökosysteme gehen zugrunde und verlieren ihre Plan- und Nutzbarkeit für alles Lebendige. Nutztiere wie die Bienen haben schon heute extreme Probleme mit den vom Menschen veränderten Umweltbedingungen klar zu kommen. Schrumpfen ihre Populationen weiter, brechen nicht nur die Honigwirtschaft, sondern bedeutende agrarische Wirtschaftsbereiche zusammen.

Die industrialisierte Produktionsweise hat Pflanzen, die über lange Anpassungs- bzw. Zuchtwege an Klima und Lagen angepasst wurden, verdrängt bzw. vielfach bereits vernichtet. Die biologische Vielfalt ist zugunsten sehr weniger Nutzpflanzen eingeschränkt worden, wodurch die Verletzlichkeit der landwirtschaftlichen Produktion steigt. Dieses System, das eigentlich der Ernährung dienen sollte, wird immer störungsanfälliger.

Immer größere Teile der Erdoberfläche (aktuell 53,5% der Landmasse1) werden vom Menschen verwertet bzw. besiedelt. Der Prozess nimmt keine Rücksicht auf die vorhandenen Möglichkeiten der Böden und Ökosysteme. Rückzugsräume und Schutzräume für die Natur, die als Quelle für zukünftige Entwicklung dienen können, nehmen ab. Wasser wird wie Öl hemmungslos und unwiederbringlich aus fossilen Beständen bezogen, Jahrtausende funktionierende Wasserkreisläufe werden verändert, mit Folgen, die zu oft erst nach Jahrzehnten greifbar werden.

Die weltmarktfähige Ausrichtung immer größerer Anbauflächen und die Verdrängung einer kleinbäuerlichen Selbstversorgungsstruktur führt zu einem Verlust von praktischem Wissen.

Die Weltbevölkerung hat sich in etwa verzehnfacht. So steigt die Zahl der Menschen, die nach Versorgung mit Essen, Kleidung und den aktuellen Zivilisationsstandards streben. Ein auf ständiges wirtschaftliches Wachstum angewiesenes Wirtschaftssystem gelangt dabei schon jetzt an Ressourcen-grenzen, wenn keine einschneidenden Veränderungen am Konsum- und Produktionsmuster erfolgen. Internationale Gerechtigkeit lässt sich im Rahmen der Möglichkeiten des Globus nicht mit Wachstumskonzepten erreichen. Eine Entwicklung ohne Gerechtigkeit wird zu weiteren, extremen Spannungen führen.

Diese Aufzählung kann bis ins Unermessliche und Spezifische weiter laufen.

Wir als LINKE gehen davon aus, dass die anthropogenen (menschengemachten) Ursachen für die beschriebenen Probleme absolut dominieren. Ausgehend von diesen Problemen ist es für die LINKE, die sich dem Internationalismus und dem guten Leben aller Menschen auf diesem Planeten verschrieben hat, eine unverzichtbare Aufgabe, sich aktiv der Lösung dieser Probleme auch in der tagesaktuellen Politik zu widmen, denn wir sind dem guten Leben nicht nur der aktuellen Wähler, sondern auch dem Leben der noch kommenden Menschen verpflichtet.
Vielfach wird das Thema Ökologie in der Gesellschaft, aber auch in unserer Partei, als Kernkompetenz der Partei Bündnis 90/Die Grünen betrachtet. Dabei wird vergessen, dass die Beschäftigung mit der Ökologie, neben ihrer hohen Bedeutung für die globale Gerechtigkeit und die Steuerungsfähigkeit zukünftiger, menschlicher Gesellschaften viele Wurzeln in der sozialistischen Tradition hat und dass sich gerade in den Vorläufern der Grünen zu großen Teilen sozialistische und antikapitalistische Kräfte betätigt haben, die dort heute kaum noch heimisch sind. Auch wird der Wandel der Grünen nach 1989 hin zu einer tendenziell neoliberalen, bürgerlichen Partei eines grünen Kapitalismus übersehen. Gerade das Belassen der Ökologie im Feld der zunehmend marktradikalen und kapitalfreundlichen, ökoliberalen Partei, wäre ein schwerer politischer und ökologischer Fehler. Das Thema Ökologie ist auch kein wahltaktisches Thema. Die Ökologie als Bewahrung sämtlicher Lebensgrundlagen muss in unsere tägliche politische Arbeit und Debatte einfließen und zu dem zentralen Maßstab unserer politischen Arbeit auch in der Außenwirkung werden, damit jetzt die notwendige sozialökologische Umgestaltung in einem Tempo erfolgt, die eine Revision der schlimmsten Folgen der aktuellen Produktionsweise möglich macht.

Unsere bezirkliche Arbeitsgruppe stellt sich daher die folgenden Aufgaben:
Genoss_innen und die Bürger_innen müssen von der Notwendigkeit des sozialökologischen Umbau überzeugt werden. Hierzu werden Informationsmaterialien erstellt und öffentliche Veranstaltungen organisiert und beworben. Wir bilden uns und Andere in diesen Bereichen weiter.
Die ökologischen Themen müssen breiter und aktiver in die Partei und in die Kommunikation der Partei eingebracht werden. Wir tragen die Debatte in die Partei, insbesondere in die programmatische Entwicklung. In diesem Sinne betrachten wir uns als Teil der Ökologischen Plattform der Partei die LINKE in unserem Bezirk.
Wir beschäftigen uns mit Konzepten für die Lösung wesentlicher, ökologischer Fragen. Die AG bezieht sich dabei insbesondere auf das Projekt "Plan B" sowie die Webseite www.nachhaltig-links.de der Bundestagsfraktion. Die Zusammenarbeit mit Entscheidungsträgern wird gesucht.
Wir führen Projekte durch oder beteiligen uns an bestehenden Projekten zum Stadtklima, zu Verkehr, zum Lärmschutz, zur Energiewende, dem allgemeinen Umweltschutz und anderen Themen.
Wir suchen die Kooperation und Kommunikation mit ökologischen Zusammenschlüssen innerhalb und außerhalb der Partei und sind ansprechbar.
Wir bereiten die ökologischen Themenschwerpunkte bei Wahlkämpfen inhaltlich und materiell vor.
Jede*r der/die sich daran beteiligen möchte, ist hierzu herzlich eingeladen.

Treffpunkt: jeden dritten Mittwoch im Monat um 18:30 Uhr
Ort: in der Regel im Bürgerbüro, derzeit auf Raumsuche
Kontakt: akrb@posteo.de
www.facebook.com/AKRBFK
www.dielinke-friedrichshain-kreuzberg.de/...
www.ak-rotebeete.de (im Aufbau).

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